Praktikum, Ausbildung, Studium oder vielleicht ins Ausland? Nach dem Schulabschluss stehen wichtige Entscheidungen an, die das ganze Leben beeinflussen werden. Natürlich geht das mit einer gewissen Nervosität Hand in Hand, und die Angst, die falsche Entscheidung zu treffen, ist groß.

Sich vorher gut zu informieren kann helfen, alle Optionen in Betracht zu ziehen und so den richtigen Weg für sich zu finden – denn jeder Mensch ist anders und was für den einen klappt, muss für den nächsten noch lange nicht der richtige Weg sein.

 

Einsteigen ins Berufsleben – das Praktikum

Das Praktikum kann vieles sein – vom Schnupperkurs ins Berufsleben bis hin zum Türöffner zum späteren Arbeitgeber, kann dem Praktikanten aber auch zeigen, dass der Job, der sich in der Stellenanzeige noch so toll angehört hat, vielleicht doch nichts für einen ist.

Darum ist es nie eine schlechte Idee, Wartezeiten zwischen Abitur und Studium oder in den Ferien durch ein Praktikum zu überbrücken – das hilft dem Praktikanten nicht nur selbst weiter, sondern zeigt dem späteren Arbeitgeber auch ein hohes Maß an Engagement.

Schon in der Schulzeit ist ein Praktikum oft Pflicht für die Schüler, um ihnen einen Einblick in den Arbeitsalltag zu gewähren. Während in dieser Zeit aber meist noch niemand eine Ahnung hatte, welcher Job der richtige sein könnte, wissen die meisten Schulabsolventen aber zumindest schon eine grobe Richtung, in die es einmal gehen könnte.

Bei der Suche nach einem Praktikumsplatz gibt es einiges zu beachten, Themen wie Bezahlung und Dauer der Stelle stehen auf der Liste der Fragen oft ganz oben. Es gibt bezahlte und unbezahlte Praktika, jedoch sollte die Bezahlung nicht das Nummer 1 Entscheidungskriterium sein. Oft lassen sich Praktikumsplätze schon in dem Ort finden, in dem man wohnt. So muss sich keine neue Wohnung gesucht werden und das Thema der Bezahlung ist nicht so essentiell wie bei einem Praktikumsplatz in einer anderen Stadt. Der neu eingeführte Mindestlohn bringt auch einige Vorteile für Praktikanten mit sich, und um da etwas Licht ins Dunkel zu bringen, lies den Artikel hier.

Wenn es um die Dauer des Praktikums geht, gilt eigentlich: Je länger, desto besser. Im Gegensatz zum Schulpraktikum, das meist nur zwei bis vier Wochen dauert, kann ein Praktikum nach dem Schulabschluss gerne drei bis sechs Monate gehen. Je länger du im Unternehmen bleibst, desto besser ist der Einblick, den du gewinnst, und desto mehr anspruchsvollere Aufgaben können übernommen werden.

Denn eins ist klar: Praktikanten stehen ganz unten in der Nahrungskette. In den meisten Firmen müssen grade Schulabsolventen gerne mal Kaffee kochen oder Unterlagen kopieren – aber wenn das überhandnimmt, ist es definitiv an der Zeit, mit dem Chef über eine neue Aufgabenverteilung zu sprechen.

weitere Infos rund um das Thema Praktikum findest du hier >
 

Mit einer Ausbildung direkt in den Job

Ausbildungen sind vor allem eines – praxisorientiert. Klar, denn Azubis arbeiten von Anfang an direkt im Unternehmen mit. Das reizt vor allem die, die sich nicht vorstellen können, weiterhin die Schulbank zu drücken. Aber aufpassen: Berufsschule ist auch während der Ausbildung Pflicht. Allerdings nur einmal die Woche. Nichtdestotrotz werden Prüfungen geschrieben, auf die sich vorbereitet werden muss, aber natürlich ist die Zeit in der Berufsschule wesentlich überschaubarer als bei einem Hochschulstudium. Ein weiterer Vorteil ist auch, dass Auszubildende von Anfang an ein festes Gehalt bekommen, das sich von Jahr zu Jahr erhöht. Oft reicht das auch schon, um von zuhause auszuziehen – und wenn doch noch eine Finanzspritze gebraucht wird, gibt es verschiedene Formen der Ausbildungsförderungen, wie zum Beispiel das Ausbildungsbafög.

Wer seine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, hat auch gute Chancen, vom Unternehmen übernommen zu werden. Das stellt zweifelslos den größten Vorteil einer Berufsausbildung dar, denn nach der Ausbildung ohne Job dazustehen, das ist wohl eine der bedeutendsten Sorgen eines jeden Absolventen. Niemand will nach drei Jahren, in denen man bereits auf den eigenen Füßen steht, wieder ins Hotel Mama ziehen, und die hohen Übernahmechancen je nach Branche sind nicht wegzudiskutieren.

Haupt- und Realschulabsolventen, die nach dem Schulabschluss eine Ausbildung machen, winkt natürlich auch noch die Option, nach den Ausbildungsjahren ein Studium anzuschließen. Zum Beispiel qualifiziert eine kaufmännische Ausbildung zum BWL-Studium, der Azubi sammelt Wartesemester und kann natürlich auch noch mit viel Berufserfahrung glänzen.

Hier findest du eine Übersicht an möglichen Ausbildungsberufen >
 

Von der Schule zur Hochschule – das Studium

Vor allem bei Abiturienten ist das Hochschulstudium meistens die beliebteste Alternative. Ein Studium verspricht fast unendliche Perspektiven, hohe Aufstiegsmöglichkeiten und generell hohe Berufschancen. Ein weiterer Vorteil? Die höheren Einstiegsgehälter. Aber ein Studium kann auch verunsichern. So viele Studiengänge in jeder größeren Stadt Deutschlands machen die Entscheidung nicht gerade einfach, und Ängste vor der falschen Entscheidung plagen so gut wie jeden Schulabsolventen.

Die erste Entscheidung, die getroffen werden sollte, ist natürlich die des Studiengangs. Dabei solltest du dich vor allem auf Ihre eigenen Interessen beziehen, auf die Stärken und Schwächen, die sich vielleicht schon während der Schulzeit gezeigt haben. Aber wer in der Schule schlecht in Mathe war, sollte noch lange nicht denken, dass es im Studium genauso sein wird. Zuallererst hat fast jeder Studiengang einen mathematischen Anteil, und außerdem ist das Interesse am Stoff deutlich höher, wenn er sich direkt auf den Wunschberuf bezieht.

Wenn die Entscheidung getroffen ist, steht als nächstes die Wahl der Hochschulform an. Ob Universität oder Fachhochschule ist abhängig vom persönlichen Geschmack, denn beides bietet Vor- und Nachteile. An der Universität ist der Student einer von vielen – Unabhängigkeit und Selbstbestimmung sind die beiden größten Vorteile, die die Uni zu bieten hat. Manche Studiengänge können nur an einer Uni studiert werden, und meistens braucht man Abitur, um zugelassen zu werden. Aber auch mit Fachabi bleiben keine Türen geschlossen: Fachhochschulen gelten generell als etwas verschulter, kleinere Klassen mit einem höheren Praxisbezug ziehen jedes Jahr tausende von Studenten an. Um die richtige Wahl zu treffen, sollten die eigenen Stärken und Schwächen im Blick haben. Wer sehr selbstständig arbeiten kann, für den kann die Uni das richtige sein, wem etwas Organisation abgenommen werden soll, der ist an der Fachhochschule am besten aufgehoben.

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Ab ins Ausland! Zur Orientierung raus aus Deutschland.

Direkt in die Ausbildung oder ins Studium einsteigen, das ist für viele Schulabsolventen nicht vorstellbar. Aber auch, wenn man erstmal eine Auszeit braucht, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, im Ausland Zeit zu verbringen und auch noch seinen Lebenslauf aufzubessern. So gut wie jeder Arbeitgeber schätzt ein gewisses Maß an Auslandserfahrung, für viele Jobs ist es sogar Pflicht, schon eine gewisse Zeit außerhalb von Deutschland verbracht zu haben. Eine hohe interkulturelle Kompetenz, gute Fremdsprachenkenntnisse und eine Weiterentwicklung der Persönlichkeit sind nur drei der unzähligen Chancen, die einem der Blick über den Tellerrand ermöglichen.

In den letzten Jahren besonders beliebt ist ein Work & Travel Aufenthalt, bei dem die Jugendlichen das Arbeiten mit dem Reisen verbinden und so das Land der Träume entdecken können, während sie Geld verdienen, um sich das Leben im Ausland zu ermöglichen. Hier gibt es Agenturen, die bei der Organisation des Aufenthalts helfen und auch direkt im Ausland vertreten sind, um gemeinsam nach passenden Jobs zu suchen und auch sonst mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die besonders Abenteuerlustigen machen sich aber auch ohne Agentur auf den Weg, denn grade in Ländern wie Australien und Neuseeland hat sich die Wirtschaft inzwischen auf die Touristen eingestellt – Jobs zu finden ist oft kein Problem.

Eine Nummer sicherer ist ein AuPair-Aufenthalt, bei dem das AuPair in einer Gastfamilie lebt und dort auf die Kinder aufpasst, während die Eltern arbeiten sind. Der klare Vorteil am AuPair-Leben? Man lebt direkt in einer Familie, lernt die Kultur kennen und die Fremdsprache zu lernen ist deutlich einfacher als zum Beispiel bei einem Work & Travel Aufenthalt, wo die Muttersprache der Freunde oft selbst eine andere als die Landessprache ist.

Weitere Möglichkeiten sind zum Beispiel der Freiwilligendienst im Ausland, eine Sprachreise oder auch ein komplettes Auslandsstudium – hier muss jeder das finden, was ihm selbst am besten gefällt.